Anreden und Anschriften von A – Z

Richtige Anreden – gar nicht so einfach! „Wie spreche ich einen Grafen richtig an?“ „Schreibt man ,Sehr geehrter Herr Bürgermeister?‘“ Solche oder ähnliche Fragen haben Sie sich bestimmt auch schon gestellt. Die Antworten darauf finden Sie in diesem Beitrag. Außerdem erhalten Sie auf den ersten Seiten des Beitrags wertvolle Tipps, was sonst noch zu einer zeitgemäßen Anschrift und Anrede gehört.

Der Autor, Alexander Freiherr von Fircks, war im Bundesministerium
des Innern zuständig für Fragen des staatlichen
Inlandprotokolls. Er hat die Anreden und Anschriften
für die Diplomatie und weitere internationale Bereiche auf
den neuesten offiziellen Stand gebracht.

„An das …“ entfällt

„An das“, „An die“ oder „An den“ sind veraltet. Schreiben Sie nicht mehr „An das Finanzamt Braunschweig“, sondern nur noch „Finanzamt Braunschweig“.

Veraltete Briefanschrift an Paare und die zeitgemäße Form

Die Wendungen Gatte/Gattin und Gemahl/Gemahlin gehören der Vergangenheit an – verstaubter geht es nicht. Ebenso wenig empfehlenswert ist es zu schreiben „Herrn Peter Meier und Frau“, was leider häufig als Notlösung verwendet wird, wenn einem der Name der Partnerin nicht bekannt ist. Machen Sie sich die Mühe, und finden Sie den Namen der Ehefrau oder Lebensgefährtin heraus. Die Namen beider (Ehe-)Partner sollten ausgeschrieben werden.

Briefanschrift für (Ehe-)Partner

Eine Briefanschrift in dieser Form ist ideal:

Frau Maria Schröder
Herrn Gerd Schröder

Finger weg von „Fräulein“

Die Anrede „Fräulein“ ist veraltet. Verwenden Sie sie nur noch auf ausdrücklichen Wunsc der betreffenden Dame. Nehmen Sie stattdessen das Wort „Frau“, das immer passt, wenn Sie eine weibliche Person anschreiben.

Mehr zum Thema Anreden und Anschriften lesen Sie in Ihrem “Sekretärinnen-Handbuch” …

Zeitgemäße schriftliche Anrede einer Person

In der schriftlichen Anrede haben Sie nicht besonders vieleMöglichkeiten zu variieren. Einige versuchen es trotzdem und heraus kommen gelegentliche solche Anreden:

„Verehrte Herren,“
„Sehr verehrte gnädige Frau“
„Sehr verehrte Frau XY“

Doch diese wirken heutzutage verstaubt und sind in der Regel unangebracht. Verwenden Sie die Formulierung „Sehr verehrte Frau XY“ deshalb nur dann, wenn Sie tatsächlich jemanden verehren und das zum Ausdruck bringen möchten oder wissen, dass der/die Angesprochene auf diese Formulierung Wert legt.
Diese herkömmliche Anrede ist selbstverständlich noch völlig
in Ordnung:

„Sehr geehrter Herr Müller“.

Möchten Sie aber etwas mehr Abwechslung in Ihrer Korrespondenz bringen und für mehr Aufmerksamkeit beim Empfänger sorgen, könnten Sie sich auch für diese Anrede entscheiden:

„Guten Tag, sehr geehrter Herr Müller“.

Schriftliche Anrede von mehreren Personen

Wenn beide Personen über einen relativ kurzen Namen verfügen, schreiben Sie die Anreden in eine Zeile:

„Sehr geehrter Herr Müller, sehr geehrter Herr Vossen,“

Bei längeren Namen oder Doppelnamen empfiehlt es sich, für die zweite Anrede eine zweite Zeile zu verwenden. Reden Sie gar drei Personen in einem Brief an, verwenden Sie am besten für jede Anrede eine Zeile. Geht die Zahl der Angesprochenen über drei hinaus, sollten Sie überlegen, ob Sie nicht jeder Person einen eigenen Brief zukommen lassen, anstatt alle mit einem Brief anzuschreiben.

Mehr zum Thema Anreden und Anschriften lesen Sie in Ihrem “Sekretärinnen-Handbuch” …

Die Anrede mit Titeln

Generell gilt: Gebrauchen Sie sowohl in der mündlichen als auch in der schriftlichen Anrede den Titel Ihres Ansprechpartners. Es sei denn, er oder sie äußert von sich aus den Wunsch, dass Sie auf die Nennung des Titels verzichten können.

Titelträger stellen sich meist ohne Nennung ihres Titels vor. Stellt sich Ihnen beispielsweise eine Dame mit dem Namen „Reichert“ vor und Sie erfahren erst später, dass es sich um „Frau Professor Dr. Reichert“ handelt, so müssen Sie sich nicht entschuldigen, wenn Sie sie lediglich mit „Frau Reichert“ angesprochen haben. Sie wusste es schließlich nicht besser. Gehen Sie einfach zu Nennung des Titels über, sobald Sie davo erfahren haben. Wenn Sie aber bereits zum Zeitpunkt der gegenseitigen Vorstellung wussten, dass es sich bei „Frau Reichert“ um „Frau Professor Dr. Reichert“ handelt, so reden Sie sie gleich mit „Frau Professor Reichert“ an.

Dr. und Professor

Inhaber akademischer Grade werden sowohl schriftlich als auch mündlich mit ihren Titeln angesprochen. Und entgegen früherer Meinungen sind auch akademische Grade in die weibliche Form umsetzbar. Bei der Anrede einer Frau haben Sie heute die Wahl zwischen Frau Professor und Frau Professorin. Der Dr. wird immer abgekürzt – der Professor hingegen nie; auch nicht in der Anschrift. Trägt eine Person mehrere akademische Titel, so tauchen sie in der Anschrift noch auf:

Herrn
Professor Dr. Ralf Mertens

In der Briefanrede verwenden Sie hingegen nur den höchstenTitel:

Sehr geehrter Herr Professor Mertens

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Autor: wjx
Datum: Freitag, 18. Juli 2008 12:31
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