Es könnte so einfach sein: Sie begrüßen einen Gast und unterhalten sich mit ihm locker über dies und das, bis Sie ihn bei Ihrem Chef "abliefern". Doch ganz so einfach gestaltet sich der Small Talk nicht immer. Das Sekretärinnen-Handbuch sagt Ihnen, warum, und liefert Ihnen die besten Small-Talk-Tipps für den perfekten Gästeempfang. Die Autorin, Claudia Hovermann, ist die Chefredakteurin des Sekretärinnen-Handbuchs und des SekretärinnenBriefeManagers. Sie ist eine der gefragtesten Sekretärinnen-Trainerinnen Deutschlands und schult jedes Jahr viele Sekretärinnen und Assistentinnen.
Sekretärin: "Hatten Sie eine gute Anreise?"
Besucher: "Ja, danke."
Sekretärin: "Haben Sie uns gut gefunden?"
Besucher: "Ja, kein Problem."
Und dann stehen Sie schon mit Ihrem Besucher im Aufzug.
"Na prima", denken Sie, "besonders gesprächig ist er ja nicht."
Wenn Sie im vierten Stock Ihr Ziel erreicht haben, ist Ihnen die
sprachlose Fahrt vorgekommen, als hätten Sie 40 Stockwerke
zurückgelegt.
Sie sind nicht die Einzige, die sich mit dem "lockeren Geplauder" schwer tut. Den meisten Menschen geht es ähnlich.
Die meisten denken zu viel darüber nach, wie sie auf andere
wirken. Deshalb ist bei vielen Gesprächen der Gedanke vorrangig: "Was sage ich als Nächstes, und was denkt der andere
dann über mich?" Das erzeugt Beklommenheit.
Mit einem größeren Selbstvertrauen würde Ihnen ein lockeres
Gespräch leichter fallen. Denn je sicherer Sie sich fühlen,
desto weniger denken Sie darüber nach, wie Sie auf andere
wirken.
Das mangelnde Selbstwertgefühl und das zwanghafte Nachdenken sind eng miteinander verbunden. Wenn Sie also bislang festgestellt haben, dass Ihnen Small Talk nicht leicht von
den Lippen geht, möbeln Sie Ihr Selbstwertgefühl auf.
Das ist leichter gesagt als getan und geht nicht einfach so auf
die Schnelle. Doch Ihrem Erfolg im Job zuliebe und für das eigene Wohlgefühl sollten Sie schleunigst mit Selbstwertgefühl-Aufwertungsmaßnahmen beginnen.
Je wohler der Besucher sich fühlt, desto ungezwungener verhält er sich. Das wirkt sich natürlich auf die Stimmung zwischen Ihnen beiden und damit auf den Small Talk aus.
1. Melden Sie den Besucher namentlich am Empfang / beim Pförtner an
So erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass der Gast mit seinem richtigen Namen angesprochen wird. Darüber freut sich
jeder.
In vielen Firmen ist leider diese Situation alltäglich: "Frau
Meier, hier ist eine Frau Havermann für Sie." Und das, obwohl
die vermeintliche Frau Havermann sich eben mit Claudia Hovermann vorgestellt hat. Und "eine" ist sie ja auch nicht ...
2. Lassen Sie den Besucher nicht zu lange warten
Sollte die Wartezeit länger als fünf Minuten betragen, geben
Sie unbedingt einen Zwischenbescheid. Alles andere ist unhöflich. Bei längerer Wartezeit sollten Sie etwas zum Lesen, Kaffee und/oder ein Kaltgetränk anbieten.
Ist Ihr Gast vorzeitig angereist, muss er natürlich damit rechnen, länger als fünf Minuten auf seinen Termin zu warten. Das
Anbieten eines Getränks ist aber auch in diesem Fall eine nette
Geste.
3. Achten Sie auf geschultes Personal am Empfang
Die Damen und Herren, die Gäste in Ihrem Unternehmen zuerst begrüßen, sollten mehr können als die Werksicherheit gewährleisten und "Guten Tag" sagen. Zu häufig trifft man in
Firmen am Empfang auf ungeschulte Mitarbeiter, denen nicht
bewusst ist, dass sie die Firma repräsentieren. Deshalb sind
Besucher mitunter schon verstimmt, bevor Sie sie überhaupt
begrüßt haben. Keine gute Basis für einen gelungenen Small
Talk.
4. Machen Sie ein freundliches Gesicht
Wenn Sie den Gast begrüßen, machen Sie bereits von weitem
ein freundliches Gesicht. Sie brauchen nicht übers ganze Gesicht zu strahlen, ein leichtes Lächeln sollte Ihre Mundwinkel
umspielen.
5. Reichen Sie dem Gast die Hand
Egal, wer vor Ihnen steht. Sie sind die Gastgebende, und Sie
entscheiden, dass Sie die Hand geben. Auch wenn Sie mit Promis oder VIPs zu tun haben, ist es Ihr Recht, als Erste die Hand
zu reichen.
Mit dem Händeschütteln geben Sie einander ein sicheres Gefühl. Ein Händedruck hat etwas Verbindliches. Besser als das
unsichere Voreinanderstehen und keiner weiß, ob man einander die Hand geben soll oder nicht.
Ausnahme: Manche ausländischen Gäste, wie zum Beispiel
Asiaten, schätzen den deutschen Händedruck nicht immer.
Achten Sie in diesem Fall auf die Körpersprache Ihres Gegenübers, ob er die Verneigung bevorzugt oder den europäischen Händedruck.
Beachten Sie: Legen Sie selbst Wert auf einen festen Händedruck; denn nur ein festes Zugreifen (nicht so fest, dass Sie
dem anderen wehtun) signalisiert Sicherheit und Kompetenz.
Ein schlaffer Händedruck und das werden Sie aus eigener
Erfahrung wissen steht für Schwäche und ist mitunter sogar
ekelig.
6. Augenkontakt
Schauen Sie Ihrem Besucher in die Augen. Das zeugt von Sicherheit und Aufrichtigkeit.
7. Stellen Sie sich überzeugend vor
"Riemenschneider, guten Tag, Frau Besucherin." So sollte Ihre Begrüßung nicht aussehen, wenn Sie eine gute Basis für gelungenen Small Talk schaffen möchten. Das ist wenig herzlich,
rhetorisch ungeschickt und nicht einmal besonders höflich.
Warum nicht? Der Nachname wird nicht immer verstanden.
Es ist ungeschickt, bei der ersten Begegnung als Erstes seinen
Namen zu nennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Gast den
Namen nicht versteht, ist groß und das ist kaum Sinn und
Zweck der Angelegenheit. Der Besucher versteht den Namen
deshalb nur schwer, weil er Ihre Stimme nicht kennt und sein
Gehirn und Gehör nicht von der ersten Sekunde an alles mitbekommen. Besser wäre es, Sie würden etwas vorab sagen zum
Beispiel:
"Frau Besucherin? Riemenschneider."
"Frau Besucherin? Guten Tag, mein Name ist Christa Riemenschneider."
Das Sekretärinnen-Handbuch empfiehlt: Nennen Sie bei der
Begrüßung immer Ihren Vor- und Nachnamen.
Die Gründe:
Sie heißen nicht Riemenschneider, sondern Christa Riemenschneider.
Die Nennung des Vor- und Nachnamens schafft Vertrauen
und wirkt freundlicher. Diese Art der Vorstellung wird von
Psychologen empfohlen.
Wenn Sie zuerst Ihren Vornamen nennen, versteht der Angesprochene Ihren Nachnamen besser.
Die ausschließliche Nennung des Nachnamens kann ungewollt Distanz ausdrücken. Die ist aber risikoreich, wenn der
Small Talk funktionieren und der Weg zum Büro nicht zur
Qual werden soll.
8. Sagen Sie genau, warum und in welcher Funktion
gerade Sie den Besucher empfangen
Zusätzlich zu Ihrem Namen benötigt der Besucher noch andere Informationen.
"Ich bin die Sekretärin von Herrn Wichtig. Ich hatte mit
Frau Müller den Termin vereinbart."
"Ich arbeite mit Herrn Dr. Wichtig. Wir haben ja schon
öfter miteinander telefoniert."
Wenn Sie unbefangen miteinander reden möchten, sollte der
andere schon wissen, wer Sie genau sind, damit er einschätzen
kann, wie er mit Ihnen umgehen und was er Ihnen erzählen
kann.
"Herr Müller? Ich bin Gabi Meier, die Sekretärin von
Herrn Dr. Schröder. Herzlich willkommen!"
"Sie sind bestimmt Herr Müller. Hallo, ich bin Gabi Meier,
die Sekretärin von Herrn Dr. Schröder. Schön, dass wir uns
einmal persönlich kennen lernen!"
9. Achten Sie auf Ihre Körpersprache
Nach dem Händedruck ergeben sich oft einige quälende Sekunden. Sie wissen womöglich nicht, wohin mit den Händen,
und verschränken sie entweder herunterhängend vor dem Körper, auf dem Rücken oder vor der Brust. Alles abwehrende,
verschlossene und damit nicht besonders freundliche Körperhaltungen.
Nach der Begrüßung nehmen Sie Ihre Hände, auf Taillenhöhe angewinkelt, vor den Körper.
Mit dieser Körperhaltung nehmen Sie nach dem "Shake-hands" eine positive Grundposition ein. Sie wirken offen, haben jederzeit die Möglichkeit, in eine Richtung zu weisen oder
anderweitig zu gestikulieren, wenn der Besucher nach dem
"Shakehands" noch eine Weile vor Ihnen steht. Außerdem wirken Sie freundlich und souverän.
10. Übernehmen Sie die Führung
Nun steht der Gang ins Büro oder in den Konferenzraum an.
Fragen Sie sich manchmal auch, ob es korrekt ist voranzugehen oder ob es besser wäre, dem Besucher aus Höflichkeitsgründen den Vortritt zu lassen?
Mir ist es schon häufig passiert, dass mich ein Mitarbeiter
der Personalabteilung am Empfang begrüßte und mir dann
mit einer Handbewegung zeigte, dass ich vorgehen solle.
Anleitungen, in welche Richtung ich zu gehen hatte, erhielt
ich dadurch immer "von hinten". Da ich keine richtungweisenden Gesten erkennen konnte, war ich verunsichert und
blickte mehr als einmal hinter mich.
Was gut gemeint war, nämlich mich vorangehen zu lassen,
endete darin, dass ich recht verunsichert war.
Das Sekretärinnen-Handbuch empfiehlt: Geben Sie dem Besucher ein sicheres Gefühl, und gehen Sie voran!
"Ich geh' einfach mal vor" oder "Ich darf vorangehen?" sind
passende Formulierungen, um die eigene Führung anzukündigen.
"Wir gehen jetzt zuerst in die zweite Etage, dort hat Herr
Dr. Wichtig sein Büro. Ist es okay für Sie, wenn wir zu Fuß
gehen, oder möchten Sie lieber den Aufzug nehmen?"
"Wir müssen in die zweite Etage. Macht es Ihnen etwas aus,
wenn wir die Treppe nehmen? Man bewegt sich einfach viel
zu wenig ich zumindest."
"Ist es Ihnen recht, wenn wir die Treppe nehmen? Sie haben
ja lange genug im Auto gesessen und sind bestimmt froh, die
Beine wieder bewegen zu können. Wie sind Sie überhaupt
durchgekommen? (...) Ja, ja, die Strecke ist um diese Uhrzeit gut befahren. Man steht dort meistens im Stau."
"Ich schlage vor, wir nehmen den Aufzug. Wir müssen zwar
nur in die zweite Etage, aber ich bin heute etwas gehandikapt durch einen Muskelkater. Ich bin gestern wohl zu lange
im Fitness-Studio gewesen. Es sei denn, Sie möchten sich
bewusst sportlich betätigen und lieber die Treppe gehen."
Erzählen Sie ruhig etwas Persönliches, das nicht zu intim ist.
Damit eröffnen Sie die Möglichkeit, etwas Gemeinsames zu
finden, eventuell, was den anderen auch interessiert und worauf er reagieren kann.
Wenn Sie bereits in diesem Augenblick feststellen, dass Sie es mit einem einsilbigen Sprechmuffel zu tun haben, verzichten Sie auf weitere Anstrengungen. Sie sind nicht als Unterhalterin für schlecht gelaunte Besucher eingestellt. Wer sich nicht unterhalten will, wird nicht unterhalten.
Es gibt beim Small Talk ungeschriebene Gesetzte, die aber sehr eindeutig definiert sind. So sind zum Beispiel bestimmte Themen, Äußerungen und Verhaltensweisen tabu, wenn das Gespräch entspannt verlaufen soll. Hier die wichtigsten Empfehlungen. Sprechen Sie niemals über:
Tabu sind auch:
1. Kritik
"Sie fahren aber ein merkwürdiges Auto. Was ist das für ein
Modell?"
2. Subjektive Meinungsäußerungen
"Ich finde diese Bilder scheußlich."
Verurteilungen wie im Bilder-Beispiel sind nicht nur in der
Aufwärmphase Gesprächskiller, sondern auch später, wenn
man besser miteinander bekannt ist. Denn wenn Ihr Gegenüber
ausgerechnet diese Bilder mag, steht das Stimmungsbarometer
unmittelbar auf Eiskalt.
Wählen Sie lieber diese Themen:
Denken Sie bei all diesen Themen daran, dass Sie entschiedene Meinungsäußerungen besser vermeiden, weil Sie nie wissen, wie Ihr Gegenüber die Sache sieht. Ist der / die andere mit Ihnen einer Meinung, sind Sie sich wahrscheinlich auf Anhieb sympathisch, ist er / sie es nicht, war's das mit "dem Draht zueinander".
Nach dem "Warm-up", wird Ihr Gast vorausgesetzt, er verfügt über ein Mindestmaß an Gesprächigkeit ein paar Worte
mehr sagen als nur ja oder nein.
Dabei werden besondere Anforderungen an Sie gestellt. Etwas, was die meisten Menschen nicht können, ist Zuhören.
Doch genau das ist in dieser Situation entscheidend. Seien Sie
eine aufmerksame und sensible Zuhörerin. Achten Sie auf jedes Wort, das der andere sagt, und auf Andeutungen. So können Sie interessierte Fragen im richtigen Augenblick stellen.
Ihr Gesprächspartner gewinnt den Eindruck, dass Sie entgegenkommend und interessiert sind.
Guten Zuhörern erzählt man gern etwas, was man ansonsten
nicht so schnell preisgegeben hätte man kommt einfach ins
Plaudern und genau das ist Ihr Ziel.
Manchmal lernt man Menschen kennen und bemerkt, dass es
mit ihnen keine Anlaufschwierigkeiten gibt. Man versteht sich
auf Anhieb und kommt aus dem Plaudern gar nicht mehr raus.
Das Geheimnis: Es sind eben Gemeinsamkeiten vorhanden.
Beispielsweise ähneln sie sich äußerlich, tragen ähnliche Kleidung, leben in der gleichen Stadt, haben gemeinsame Bekannte, trinken beide gern das gleiche Getränk usw.
Deshalb gilt: Wenn Sie im Job gelungen "smalltalken" möchten, achten und betonen Sie Gemeinsamkeiten. Als aufmerksame Beobachterin und Zuhörerin werden die Berührungspunkte
schnell offensichtlich.
Plaudern Sie nicht minutenlang über ein Thema, wenn Ihr Gast lediglich höflich dazu lächelt. Wahrscheinlich interessiert es ihn dann nicht.
Geben Sie dem anderen die Möglichkeit, auch etwas zu sagen. Oft passiert es, dass man vor lauter Angst, es könnte ein unangenehmes Schweigen entstehen, einfach drauflosplaudert. Gönnen Sie sich und dem Besucher ruhig ab und an eine Pause.
Offene Fragen halten ein Gespräch in Gang, geschlossene Fragen provozieren Einsilbigkeit. Es ist natürlich nicht immer
möglich, offene Fragen zu stellen; geben sie ihnen aber tendenziell den Vorrang.
Typische geschlossene Fragen
Konkrete Fallbeispiele
Auf den folgenden Seiten erhalten Sie weitere Tipps, wie Sie
Ihren Small Talk voranbringen. Selbstverständlich hat jeder
Mensch unterschiedliche Sprachgewohnheiten; passen Sie
deshalb unsere Formulierungen Ihrer eigenen Art zu sprechen
an.
Bei den folgenden Beispielen steht "(...)" für die mögliche
Antwort Ihres Gastes.
Mehr zum Thema Small-Talk lesen Sie in Ihrem "Sekretärinnen-Handbuch"
Beispiel 1 Sport und Bewegung
Wenn Ihr Gast auf die Hinweise zur mangelnden Bewegung
reagiert, fragen Sie ihn, ob er etwas für den Ausgleich tut.
Bejaht er dies, können Sie sagen, dass Sie auch Sport treiben
oder dass Sie sich wünschen, Sie könnten sich dazu "aufraffen".
Fragen Sie getrost, welcher Sportart er nachgeht, und stellen
Sie interessierte Fragen, oder erzählen Sie, was Sie machen
oder wieso Sie es nicht schaffen, selbst Sport zu treiben.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn Sie Gemeinsamkeiten entdecken.
"Ach, Sie gehen joggen? Ja, das mache ich auch. Wie oft laufen Sie denn?"
Seien Sie willens, das Thema zu vertiefen. Fragen Sie nach
lassen Sie Ihren Besucher erzählen, wenn Sie feststellen, dass
das Thema ihn interessiert.
Beispiel 2 Anreise
Vertiefen Sie das Thema Anreise getrost ohne Hemmungen.
Denn aus einem so harmlosen Thema kann sich ein lockerer
Small Talk entwickeln.
"Wie lange waren Sie denn überhaupt unterwegs zu uns? (...)
Das hätte ich nicht gedacht, dass das so weit ist. (...) Ach, Sie
standen im Stau das ist ja ärgerlich. Sind Sie denn über die
A 44 gefahren?"
"Wie lange waren Sie denn unterwegs zu uns? (...) Da sind Sie
gut durchgekommen. Da haben Sie ganz schön Gas gegeben."
"Wie lange waren Sie denn unterwegs zu uns? (...) Ach, Sie
sind mit dem Zug gefahren. Hatten Sie denn von Lübeck aus ei-
ne gute Anbindung? (...) Einmal umsteigen ist ja auch akzeptabel."
"Fahren Sie gerne Zug?" (...) Nach einer positiven Antwort:
"Ich fahre auch gern mit dem Zug. Meistens habe ich gute Erfahrungen gemacht. Viele schimpfen ja über die Bahn. Einmal
habe ich einen Anschluss nicht bekommen aber mit dem Auto
ist es ja noch ein viel größeres Lotteriespiel, wenn man irgendwo pünktlich ankommen möchte."
Fahren Sie gerne Zug?" (...) Nach einer negativen Antwort:
"Ich fahre auch lieber mit dem Auto. Da ist man unabhängiger. Schlimm finde ich, wenn es so kalt ist und man frierend auf
dem Bahnsteig steht. Da sitze ich lieber im warmen Auto. Ich
habe letztens sogar überlegt, ob ich nicht besser etwas mehr
Geld für eine Sitzheizung in meinem Golf investiert hätte.
Aber das ist jetzt leider zu spät."
Beachten Sie: Sie haben das Thema Sitzheizung und Golf angeschnitten. Wenn Ihr Gesprächspartner gesprächig ist, geht er
darauf ein. Entweder sagt er, dass er auch keine Sitzheizung
hat, dafür aber ein Sonnendach. Vielleicht redet er über sein
Auto. Wenn Sie ganz viel Glück haben, fährt er auch einen
Golf, und Sie können sich darüber unterhalten. Oder er fährt
ein Modell, das Sie gern fahren würden. Dann sprechen Sie
darüber weiter.
Beispiel 3 Übernachtung
"Sie sind gestern schon angereist, nicht?" (...) "Wo waren Sie
denn untergebracht / Wie hat es Ihnen denn dort gefallen?"
(...) Bei negativer Antwort:
"Seien Sie ruhig ehrlich, und sagen Sie mir, wenn etwas nicht so gut war. Wenn Sie noch mal zu
uns kommen, sollen Sie sich wohl fühlen."
"Sie sind gestern schon angereist, nicht?" (...) "Wo waren Sie
denn untergebracht / Wie hat es Ihnen denn dort gefallen?"
(...) Bei positiver Antwort:
"Das freut mich. Ich habe mal in
München übernachtet im Hotel Zur Sonne das war nett. Kennen Sie das? (...)"
Wenn Ihr Gast das Hotel kennt, haben Sie ein Gesprächsthe-
ma. Kennt er es nicht, erwähnen Sie kurz die Vorteile des Hotels.
Falls Sie ein Hotel in seiner Heimatstadt kennen:
"In Lübeck gibt es doch das Hotel Zur Post waren Sie da
schon mal? Vielleicht zum Essen?"
"Sie sind gestern schon angereist, nicht? (...)" "Sie waren im
Hotel Zur Sonne untergebracht? (...)" "Wir haben unsere Gäste bislang im Hotel Drei Kronen gebucht aber der Direktor
hat gewechselt, seitdem sind wir dort nicht mehr so zufrieden.
Wie gefiel Ihnen das Hotel? (...)" "Mir ist es in einem Hotel
immer wichtig, dass es ruhig ist. Ich habe letztens in München
an der Hauptstraße übernachtet, da habe ich kein Auge zugemacht. (...)"
Möglicherweise erzählt Ihr Gesprächspartner jetzt auch von
einem unruhigen Hotelerlebnis.
Beispiel 4 Wetter
Auch das ist als Small-Talk-Thema nicht abgegriffen vorausgesetzt, Sie verleihen ihm die richtige Würze.
"Da haben Sie ja gut daran getan, mit dem Taxi herzukommen,
statt die Straßenbahn zu nehmen. Sie wären ja klatschnass geworden. (...)"
"Wir wollten eigentlich heute Abend mit ein
paar Freunden grillen aber das sieht nicht gut aus. (...)"
"Notfalls frieren wir unsere Grillwürstchen halt ein. Letztes
Jahr haben wir bei einem drohenden Gewitter trotzdem gegrillt, und plötzlich fing's richtig an zu regnen. Eine Weile haben wir es noch unter dem Sonnenschirm ausgehalten aber
der ließ dann irgendwann auch das Wasser durch. Heißt ja
auch Sonnen- und nicht Regenschirm ..."
Ein gesprächiger Besucher sagt daraufhin zumindest "Ja, das
kenne ich." Dann können Sie immer noch fragen "Sind Sie
auch schon mal aus dem Garten geflüchtet?"
"Das wird ein ganz schön heißer Tag werden heute heute
Morgen im Wetterbericht wurden 32 Grad gemeldet. (...)" "Ich
finde diese Hitze schlimm. Ich wäre heute gern noch mit den
Inlinern gelaufen (achten Sie darauf, dass Ihr Gegenüber jung
genug ist, diese Sportart zu kennen falls nicht, sollten Sie
kurz sagen, was das ist zum Beispiel: "diese modernen Rollschuhe"). Aber dafür wird es heute zu warm sein."
"Sind Sie schon mal Inliner gefahren?" (Nur fragen, wenn der
Gast annähernd so aussieht, als könnte er dies schon mal versucht haben. Bei Aufsichtsratsvorsitzenden, die annähernd 65
Jahre sind, ist diese Frage wahrscheinlich eher überflüssig.)
"Die Männer müssen bei solchen Temperaturen ja meist noch
einen Anzug tragen da haben die Frauen schon ein paar
Möglichkeiten mehr, sich luftiger zu kleiden. In unserer Branche wird allerdings auch bei den Frauen sehr stark Wert auf
konservative Kleidung gelegt. Wie wird das denn in Ihrer Firma gehandhabt eher locker oder so wie bei uns?"
Sie sehen, selbst das Thema Wetter lässt sich prima "missbrauchen", um letztendlich auf einem anspruchsvolleren Niveau zu
landen.
Mehr zum Thema Small-Talk lesen Sie in Ihrem "Sekretärinnen-Handbuch"
Beispiel 5 das Gebäude mit Nebenthemen
"Waren Sie schon mal bei uns?" Bei positiver Antwort:
"Dann kennen Sie sich ja schon ein bisschen aus. Wie lange ist
das denn her? (...)" "Seitdem hat sich einiges getan. Vielleicht
ist es Ihnen aufgefallen: Wir haben unseren Empfang ein wenig umgestaltet. Früher war es so dunkel jetzt schaut's ein
wenig freundlicher aus." "Ist Ihnen noch was anderes aufgefallen?" Bei negativer Antwort: "Sieht man auch nicht sofort
im Grunde genommen sieht man es nur, wenn man es weiß
wir haben die Wandfarbe im gesamten Gebäude geändert. Das
harte Weiß wirkte so kalt es ist jetzt ein wenig abgetönt. (...)"
"Waren Sie schon mal bei uns?" Bei positiver Antwort:
"Dann kennen Sie sich ja schon ein bisschen aus. Hat der Aufzug es denn damals getan? (...)" "Der funktioniert häufiger
nicht. Wollen Sie das Risiko eingehen oder lieber die Treppe
nehmen?"
"Waren Sie schon mal bei uns?" Bei negativer Antwort: "Wir
müssen nicht weit laufen. Nur bis zur zweiten Etage. Wenn Sie
gleich mit Herrn Schröder zum Mittagessen gehen, kommen
Sie wieder runter hier ins Erdgeschoss. Dort befindet sich die
Kantine. Sie ist übrigens ausgezeichnet. Sie können unter vielen verschiedenen Gerichten wählen. Sind Sie Fleischesser?"
Bei positiver Antwort: "Die Schnitzel kann ich Ihnen wirklich empfehlen!"
"Sind Sie Fleischesser?" Bei negativer Antwort: "Es sind
sehr gute vegetarische Gerichte im Angebot, die ausgezeichnet
schmecken. Das sollten Sie sich nicht entgehen lassen."
Wenn Sie wie der Besucher Vegetarier sind, vertiefen Sie dieses Thema ruhig. Anhand der gelungenen, nicht gelungenen
oder gar nicht vorhandenen vegetarischen Gerichte in einer
Kantine ist das ein Leichtes. Auch die Diskussion über Lokale,
die vegetarisches Essen anbieten, liegt nahe.
Wenn Sie und der Besucher leidenschaftliche Fleischesser
sind, reden Sie getrost darüber, wie schwer es Ihnen fallen
würde, auf Fleisch zu verzichten. Erwähnen Sie ein tolles
Lokal in Ihrer Stadt, in dem Sie erst neulich gut gegessen haben für den Fall, dass der Besucher am Abend noch auswärts
speisen möchte.
Beispiel 6 Sehenswürdigkeiten
"Waren Sie schon mal in München?" Bei negativer Antwort:
"Wenn Sie noch Zeit haben, sollten Sie sich unbedingt das
Deutsche Museum anschauen. Dort gibt es ... Und wenn Sie
sich für Kunst interessieren es gibt gerade in der Kunsthalle
eine Ausstellung zum Thema ..."
"Waren Sie schon mal in Köln?" Bei positiver Antwort:
"Hatten Sie die Gelegenheit, sich etwas anzuschauen?" Bei
positiver Antwort: "Was haben Sie sich denn schon ansehen
können?" Sprechen Sie dann darüber, wie interessant und
schön es in Ihrer Stadt ist und was Ihr Gast sich nicht entgehen
lassen sollte.
Sie sehen, egal, ob er Ihre Stadt schon kennt oder nicht das
Thema Sehenswürdigkeiten ist sehr dehnbar.
Beispiel 7 Kunst
Das Thema Kunst bietet sich an, wenn in Ihrem Unternehmen
einige Kunstwerke hängen.
"Interessieren Sie sich für Kunst?" (Nö heißt wahrscheinlich: keine Ahnung davon. Vertiefen Sie das Thema dann nicht
zu sehr, zeigen Sie aber gleichzeitig Verständnis für seine "Abneigung"). "Ich interessiere mich auch nur ein wenig dafür
habe nicht wirklich viel Ahnung. Aber unser Firmenchef ist begeisterter Kunstsammler. Sie werden das gleich sehen, wenn
wir oben angekommen sind. Was mir gut gefällt, ist, dass die
Bilder ab und zu gewechselt werden. So wird fast jeder Geschmack mal getroffen."
"Interessieren Sie sich für Kunst?" Bei positiver Antwort:
"Dann werden Sie gleich begeistert sein. Wissen Sie, dass unser Chef ein großer Kunstfan ist? (...)" "Er sammelt x,y,z.
Wofür können Sie sich denn am meisten begeistern? (...)"
"Wenn Sie vor etwa einem halben Jahr hier gewesen sind,
dann müssten Sie unsere Fotoausstellung noch gesehen haben. (...)" "Wie hat sie Ihnen gefallen? (...)" "Schade, dass Sie
sie verpasst haben."