Zeugnisse erstellen

 

Arbeitszeugnisse leicht gemacht

 

Arbeitszeugnisse zu schreiben, gehört mit Sicherheit zu den

schwierigeren Aufgaben im Sekretariat. Mit einem Zeugnis

entscheiden Sie mit über den weiteren Werdegang eines Mitarbeiters.

Auf Ihnen lastet also eine große Verantwortung.

Damit Sie dieser Verantwortung gerecht werden, finden Sie

in diesem Beitrag 100 aktuelle Musterformulierungen und

Geheimcodes der Personalchefs, mit denen Sie in Zukunft

Arbeitszeugnisse sicher und fachlich korrekt erstellen.

 

Die Autorin, Claudia Hovermann, hat sechs Jahre als Chefsekretärin

gearbeitet. Sie ist die Chefredakteurin des Sekretärinnen-

Handbuchs und gefragte Trainerin für Sekretärinnen in den Bereichen

Kommunikation und sicheres Auftreten.

 

Die Bedeutung eines Arbeitszeugnisses

 

Ein Mitarbeiter scheidet aus und bittet um ein Zeugnis. Am

liebsten wäre Ihnen ein von ihm vorgefertigter Entwurf – eine

durchaus übliche Verfahrensweise in vielen Unternehmen.

 

Doch leider müssen Sie und/oder Ihr Chef in den sauren Apfel

beißen und seine Leistungen aus der Sicht des Vorgesetzten

beurteilen. Warum ist es so schwierig, ein Arbeitszeugnis zu

formulieren? Mit einem guten oder schlechten Zeugnis entscheiden

Sie mit über den weiteren beruflichen Werdegang eines

Mitarbeiters. Fällt das Zeugnis besonders gut aus, hat er

gute Chancen bei der Stellensuche. Mit einem schlechten

Zeugnis hingegen können Sie ihm seinen weiteren Berufsweg

gründlich erschweren.

 

Auf Ihnen lastet also eine große Verantwortung. Dieser Beitrag

hilft Ihnen, dieser Verantwortung gerecht zu werden und Arbeitszeugnisse

in Zukunft sicher zu formulieren. Sie werden

Mitarbeiter nicht mehr durch ungeschickte Formulierungen

benachteiligen oder ihnen zu gute, ihren Leistungen nicht entsprechende,

Zeugnisse ausstellen.

 

Woran Sie immer denken sollten: Auch das Zeugnis eines Mitarbeiters

ist ebenso Visitenkarte Ihres Unternehmens wie jegliche

Korrespondenz, die Sie führen. Deshalb: Je systematischer,

sauberer und präziser Sie das Zeugnis ausstellen, desto

besser verkaufen Sie das Image Ihres Unternehmens. Es lohnt

sich also, auch im Interesse Ihres Unternehmens, bei der Zeugnisausstellung

größten Wert auf sorgfältige Formulierungen

und inhaltliche Richtigkeit zu legen.

 

Was Sie über die Rechtsgrundlagen

wissen sollten

 

Scheidet ein Mitarbeiter aus – egal aus welchem Grund –, hat

er nach § 630 BGB Rechtsanspruch auf ein Arbeitszeugnis.

 

Allerdings ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, unaufgefordert

ein Zeugnis auszustellen; der ausscheidende Mitarbeiter

muss sein Zeugnis ausdrücklich verlangen. In der Regel sollten

Sie ohne ausdrückliches Verlangen des Mitarbeiters aktiv

werden und ein Zeugnis aufsetzen.

§         Der Arbeitgeber ist schadenersatzpflichtig, wenn er es unterlässt,

ein Zeugnis auszustellen oder dies verspätet tut.

Allerdings nur dann, wenn der Arbeitnehmer nachweisen

kann, dass er dadurch keine oder eine schlechtere Arbeitsstelle

erhalten hat.

§         Der Anspruch auf ein Zeugnis verjährt erst nach 30 Jahren.

Beachten Sie aber: Ein qualifiziertes Zeugnis (lesen Sie auf

Seite 005 nach, was ein qualifiziertes Zeugnis genau ist)

kann dann nicht mehr verlangt werden, wenn der Arbeitgeber

sich nicht mehr an den Arbeitnehmer erinnern kann.

§         Ein einfaches Zeugnis kann dagegen so lange verlangt werden,

wie die Unterlagen über Art und Dauer der Beschäftigung

im normalen Geschäftsbetrieb aufbewahrt werden.

 

Verschiedene Zeugnisarten

Nicht immer müssen Sie, wenn ein Arbeitnehmer ein Zeugnis

verlangt, ausführliche Texte verfassen, denn es gibt unterschiedliche

Zeugnisarten.

 

Einfaches Zeugnis oder Arbeitsbescheinigung

 

Das einfache Zeugnis wird auch Arbeitsbescheinigung genannt

und dann von einem Arbeitnehmer verlangt, wenn er damit

rechnet, negativ beurteilt zu werden. Zukünftige Arbeitgeber

deuten deshalb die bloße Arbeitsbescheinigung, die keinerlei

Wertung der Arbeitsleistung enthält, häufig als negativ.

 

War der Mitarbeiter nur kurz im Unternehmen beschäftigt, sodass

der Arbeitgeber oder der Vorgesetzte die Leistungen des

Mitarbeiters gar nicht beurteilen können, kann ebenfalls eine

Arbeitsbescheinigung ausgestellt werden. Dies ist z. B. dann

der Fall, wenn das Arbeitsverhältnis innerhalb der Probezeit

oder nach einer kurzen Aushilfstätigkeit endet. Auch wenn der

Beschäftigte keine qualifizierte, sondern eine sehr einfache Arbeit

verrichtet hat, ist ein ausführliches Zeugnis häufig nicht

möglich.

 

Ein einfaches Zeugnis muss enthalten:

§         Namen und Geburtsdatum des Mitarbeiters

§         Art der Beschäftigung (z. B. als Schreibkraft

§         Dauer der Beschäftigung (Beginn und Ende mit Tag, Monat, Jahr)

§         Schreiben Sie auf Firmenbriefbogen oder neutralem Papier.

§         Wenn Sie einen einfachen Briefbogen verwenden, gehört der

Firmenstempel als Beweis für die Originalität des Zeugnisses dazu.

§         Ein Zeugnis muss ein Datum tragen. Das Ausstellungsdatum ist immer

das Datum, an dem das Arbeitsverhältnis endet.

§         Ein Vorgesetzter muss das Dokument unterschreiben.

§         Das Zeugnis sollte einwandfrei sein, also ohne Tipp- oder

Rechtschreibfehler oder gar Flecken.

 

Beachten Sie: Ein einfaches Zeugnis müssen Sie auch dann

ausstellen, wenn der Mitarbeiter nur wenige Tage im Unternehmen

beschäftigt war. Auch hier müssen Sie seine wesentlichen

Aufgaben nennen.

 

Beispiel für ein einfaches Zeugnis:

Frau Gerda Emsig, geboren am 11. November 1960 in Erkelenz,

war vom 1. Januar 20.. bis 29. Februar 20.. in unserem

Unternehmen als Sekretärin des Geschäftsführers beschäftigt.

Während ihrer Tätigkeit für uns hatte sie folgende Aufgaben:

– Abwicklung der Korrespondenz nach Diktat oder Stichwörtern

– Erstellung von Präsentationen

– Organisation von Besprechungen und Konferenzen

– Besucherempfang und -betreuung

 

Unterschrift Münster, 29. Februar 20..

 

Das qualifizierte Zeugnis

 

Die Voraussetzung, dass ein Mitarbeiter ein qualifiziertes

Zeugnis erhält, ist, dass er so lange im Unternehmen beschäftigt

war, dass fundierte Aussagen über seine Leistungen gemacht

werden können. Neben den Formalitäten für ein einfaches

Zeugnis müssen Sie für ein qualifiziertes Zeugnis weitere

Richtlinien berücksichtigen.

 

Dies muss ein qualifiziertes Zeugnis enthalten:

Geburtsort und -tag (falls Sie mögen auch Adresse)

 

Die oben vorgegebene Reihenfolge hat sich beim Aufsetzen eines

Zeugnisses in der Praxis bewährt. Und wenn Sie sich einmal

daran gewöhnt haben, ist es für Sie einfacher, fertig gestellte

Zeugnisse auf Vollständigkeit zu überprüfen.

Beachten Sie: Sollten Sie einmal in die Situation geraten, ein

Zeugnis korrigieren zu müssen – oft ist solchen Änderungen

ein Arbeitsgerichtsprozess vorausgegangen –, setzen Sie als

Ausstellungsdatum wieder das „alte“ Datum ein und nicht das

tatsächliche, an dem Sie das Zeugnis neu ausstellen.

 

Beachten Sie zusätzlich:

1. Ein Zeugnis muss wohlwollend sein

Selbst Negatives müssen Sie demnach positiv ausdrücken.

Aber gerade diese Regelung macht das Aufsetzen eines Zeugnisses

mitunter so schwierig. Ist ein Mitarbeiter beispielsweise

regelmäßig zu spät zur Arbeit erschienen, können Sie dies

nicht in das Zeugnis schreiben.

 

Nicht so:

Herr Schröder war fast nie pünktlich und kam regelmäßig zehn

Minuten zu spät zur Arbeit.

 

Sondern so:

Herr Schröder hat versucht, immer pünktlich zur Arbeit zu erscheinen.

 

Oder:

Herr Schröder bemühte sich, immer pünktlich zu sein.

Auch der wenig geübte Zeugnisleser erkennt sofort, dass Herr

Schröder ein notorischer Zuspät-Kommer ist.

 

Sie müssen ein Zeugnis für einen sehr geschwätzigen Mitarbeiter

ausstellen, der ständig private Telefonate führte und Kollegen

von der Arbeit abhielt.

 

Nicht so:

Herr Meier führte während der Arbeitszeit ständig private

Telefonate. Auch lenkte er Kollegen durch lange Privatgespräche

von der Arbeit ab.

 

Sondern so:

Seine umfangreiche Bildung machte ihn stets zu einem gefragten

Gesprächspartner.

 

Das sollte nicht im Zeugnis stehen:

§         Selbstverständlichkeiten wie Pünktlichkeit (verleitet den Leser zu

Misstrauen und Fehldeutungen)

§         Krankheiten (außer, sie verhindern eine weitere Berufsausübung)

§         Betriebsratsaktivitäten

§         Parteizugehörigkeit

§         Straftaten – soweit sie nicht im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis

stehen, beispielsweise Betrug oder Urkundenfälschung bei Kassiererinnen

oder Bankangestellten

 

2. Wahrheitsgemäße Gesamtbewertung

 

Unter einer wahrheitsgemäßen Gesamtbewertung versteht

man nicht nur, dass die Angaben im Zeugnis wahr sein müssen,

sondern auch, dass einmalige Vorfälle, die für den Mitarbeiter

nicht typisch sind, nicht in das Zeugnis aufgenommen

werden dürfen. Dabei ist es egal, ob es sich um positive oder

negative Begebenheiten handelt. Wenn das Zeugnis falsche

Angaben enthält, kann der Arbeitgeber Dritten gegenüber haften,

wenn diesen daraus Schäden erwachsen.

 

Zum Beispiel: Ein Unternehmen stellt einen Bewerber aufgrund

eines guten Zeugnisses ein. Bringt der Bewerber die

Qualifikationen, die im Zeugnis positiv hervorgehoben werden,

überhaupt nicht mit, kann dieses Unternehmen den Zeugnisaussteller

haftbar machen, wenn ihm Schäden durch das

falsche Zeugnis entstanden sind.

 

3. Vollständige Angaben

 

Die Angaben über das Tätigkeitsgebiet des Arbeitnehmers

müssen vollständig sein, damit der neue Arbeitgeber eine

genaue Vorstellung von den Fähigkeiten und Kenntnissen seines

neuen Mitarbeiters erhält.

Am einfachsten und für Sie am sichersten ist es, wenn Sie den

Arbeitnehmer bitten, Ihnen eine Liste der Tätigkeiten zu erstellen,

die zu seinem Aufgabengebiet gehörten. Stimmen Sie

diese mit seinem direkten Vorgesetzten ab, denn Sie wissen,

alle Angaben müssen der Wahrheit entsprechen.

 

4. Geheimcodes

 

Geheimcodes sind nicht erlaubt. Allerdings kommen sie trotz

dieses Verbots immer wieder zur Anwendung.

Eine Auflistung von Geheimcodes, die unter Personalchefs

schon lange kein Geheimnis mehr sind, finden Sie ab Seite 017.

 

Zwischenzeugnis

 

Der Anspruch auf ein Zwischenzeugnis ist nicht gesetzlich

geregelt, jedoch in manchen Tarifverträgen verankert. Wenn

ein Mitarbeiter ein Zwischenzeugnis verlangt, kann dies für

den Vorgesetzten oder die Personalabteilung auf einen beabsichtigten

Stellenwechsel hinweisen, muss aber nicht.

 

Es gibt wichtige Gründe, die ein Arbeitnehmer angeben kann,

um ein Zwischenzeugnis zu erhalten:

eine Beurteilung seiner bisherigen Tätigkeit.

Fortbildungsmaßnahme ein Zwischenzeugnis vorlegen.

 

Um Ihnen bei der Abfasssung des Zeugnisses die Arbeit zu

erleichtern, hier eine Übersicht mit über 100 Formulierungsvorschlägen.

 

Formulierungsvorschläge für ausgezeichnete

bis schlechte Beurteilungen der Arbeitsleistung

 

Ausgezeichnet

Wir waren mit seinen Leistungen in jeder Hinsicht außergewöhnlich

zufrieden.

 

Wir waren mit ihren Leistungen stets außerordentlich zufrieden.

 

Ihre Leistungen haben in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung

gefunden.

 

Während seiner Tätigkeit in unserem Hause war Herr Müller

hoch motiviert und identifizierte sich stets mit seinen Aufgaben

und dem Unternehmen.

 

Sehr gut

Er hat die ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollsten

Zufriedenheit erledigt.

 

Wir waren mit ihren Leistungen stets sehr zufrieden.

 

Wir waren mit seinem Fleiß und seiner Leistung in jeder

Hinsicht zufrieden (für gewerbliche Mitarbeiter).

 

Seine Leistungen haben unsere vollste Anerkennung gefunden.

 

Ihre Leistungen waren sehr gut.

 

Er hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht und in

allerbester Weise entsprochen.

 

Gut

Er hat die ihm übertragenen Arbeiten stets zu unserer vollen

Zufriedenheit erledigt.

 

Wir waren während der gesamten Beschäftigungszeit mit

ihren Leistungen voll und ganz zufrieden.

 

Sie hat unseren Erwartungen in bester Weise entsprochen.

 

Wir waren mit seinem Fleiß und seiner Leistung stets zufrieden

(gewerblich).

 

Seine Leistungen waren gut.

 

Befriedigend

Sie hat unseren Erwartungen in jeder Hinsicht entsprochen.

 

Sie hat jederzeit zufrieden stellend gearbeitet.

 

Während seiner Tätigkeit in unserem Hause zeigte er Eigeninitiative.

 

Ausreichend

Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten zu unserer Zufriedenheit

und mit Interesse erledigt.

 

Mit seinen Leistungen waren wir zufrieden.

 

Sie hat unseren Erwartungen stets entsprochen.

 

Wir waren mit Frau Meyer zufrieden.

 

Mangelhaft

Sie hat die ihr übertragenen Arbeiten im Großen und

Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt.

 

Ihr Leistungen haben unseren Erwartungen entsprochen.

 

Er hat unseren Erwartungen entsprochen.

 

Ungenügend

Sie hat sich bemüht, die ihr übertragenen Arbeiten zu unserer

Zufriedenheit zu erledigen.

 

Sie erfasste das Wesentliche und bemühte sich um sinnvolle

Lösungen.

 

Sie setzte sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten/Fähigkeiten

ein.

 

Formulierungsvorschläge für ausgezeichnete

bis schlechte Beurteilungen des Arbeitserfolgs

Sehr gut

Er fand und realisierte stets sehr gute, kostengünstige

Lösungen.

 

Herr Müller zeigte stets eine weit überdurchschnittliche

Arbeitsqualität.

 

Aufgrund ihrer umsichtigen und effizienten Arbeitsweise

erbrachte sie auch in Ausnahmesituationen eine ausgezeichnete

Leistung.

 

Gut

Frau Meyer zeigte stets eine überdurchschnittliche Arbeitsqualität.

 

Aufgrund seiner umsichtigen und effizienten Arbeitsweise

erbrachte er auch in Ausnahmesituationen stets gute Leistungen.

 

Er arbeitete selbstständig nach klarer durchdachter Planung

und erzielte stets gute Lösungen.

 

Befriedigend

Frau Meyer fand stets gute Lösungen.

 

Die Arbeitsqualität von Herrn Müller war stets gut.

 

Sie arbeitete planvoll, zweckgerecht und übersichtlich.

 

Ausreichend

Sie zeigte stets eine zufrieden stellende Arbeitsqualität.

 

Die Arbeitsqualität und Ausführung entsprach unseren

Erwartungen.

 

Mangelhaft

Die Arbeitsqualität entsprach im allgemeinen den Erwartungen.

 

Frau Meyer arbeitete im Allgemeinen sorgfältig und zufrieden

stellend.

 

Er hat schnell das Wesentliche erfasst und nach praktikablen

Lösungen gesucht.

 

Ungenügend

Sie bemühte sich um sinnvolle Lösungen.

 

Formulierungsvorschläge für ausgezeichnete

bis schlechte Beurteilungen der Arbeitsweise

Sehr gut

Seine Aufgaben erledigte er stets mit äußerster Sorgfalt und

größter Genauigkeit.

 

Die Arbeitsweise von Herrn Müller ist geprägt von Zielstrebigkeit,

Systematik, Verantwortungs- und Kostenbewusstsein.

 

Sie war äußerst pflichtbewusst, zuverlässig und verschwiegen.

Frau Meyer arbeitete stets sehr konzentriert und zielgerichtet.

 

Gut

Seine Aufgaben erledigte er stets mit großer Sorgfalt und

Genauigkeit.

 

Sie stellte sich auf neue Aufgaben sehr gut ein und zeigte

stets großes persönliches Engagement und Verantwortungsbewusstsein.

 

Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat Frau Meyer ihre Arbeiten

selbständig und mit einem großen Maß an Eigeninitiative

durchgeführt.

 

Befriedigend

Frau Meyer zeichnet sich durch eine gute Arbeitsweise aus.

 

Seine Aufgaben erledigte er stets mit Sorgfalt und Genauigkeit.

 

Ausreichend

Herr Müller erledigte seine Aufgaben korrekt, termingerecht

und zufrieden stellend.

 

Ihre Aufgaben erledigte sie im Allgemeinen mit Sorgfalt

und Genauigkeit.

 

Mangelhaft

Sie erledigte alle Aufgaben mit der ihr eigenen Sorgfalt.

 

Sie war stets um eine sorgfältige Arbeitsweise bemüht.

 

Besonders hervorzuheben ist, dass Herr Müller seinen Aufgaben

stets korrekt und pünktlich nachgekommen ist.

 

Ungenügend

 

Sie bemühte sich, ihre Aufgaben mit Sorgfalt zu erledigen.

 

Formulierungsvorschläge für ausgezeichnete

bis schlechte Beurteilungen des Verhaltens

Sehr gut

Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets

einwandfrei/vorbildlich.

 

Ihr aufgeschlossenes, freundliches und hilfsbereites Wesen

brachte Frau Meyer gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern

allseits Anerkennung und große Wertschätzung.

 

Gut

Ihr Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war einwandfrei/

vorbildlich.

 

Bei Kundenkontakt: Sein Verhalten zu Kunden, Mitarbeitern

und Vorgesetzten war korrekt.

 

Befriedigend

Ihr Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war gut.

 

Ausreichend

Ihr Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war befriedigend.

 

Mangelhaft

Sein Verhalten im Dienst war angemessen.

 

Ihr Verhalten war ordnungsgemäß.

 

Ungenügend

Sie war stets um ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten

bemüht.

 

Keine Aussage zum Verhalten.

 

Beachten Sie: Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten wird immer

zuerst genannt. Eine Positionsänderung hat auf erfahrene

Zeugnisleser eine Warnfunktion.

 

Formulierungsvorschläge für ausgezeichnete

bis schlechte Abschlußformulierungen

Der Arbeitnehmer hat gekündigt

Sehr gut

Frau Meyer verlässt uns heute auf eigenen Wunsch. Wir bedauern

ihren Fortgang sehr und wünschen ihr für ihren weiteren

beruflichen und privaten Lebensweg alles Gute.

 

Herr Müller verlässt uns zum 1. März 20.. auf eigenen

Wunsch. Wir bedauern seinen Fortgang sehr und wünschen

ihm alles Gute. Im Rahmen unserer Möglichkeiten würden

wir Herrn Müller jederzeit wieder einstellen.

 

Für seinen weiteren Berufsweg wünschen wir Herrn Müller

weiterhin viel Glück und Erfolg und danken ihm für die

jahrelange, erfolgreiche und loyale Zusammenarbeit.

 

Gut

Sie scheidet mit Wirkung vom 1. März 20.. aus unserem

Unternehmen aus, um sich beruflich zu verbessern. Wir bedauern

ihr Ausscheiden und wünschen Frau Meyer für ihren

weiteren Berufsweg alles Gute.

 

Befriedigend bis ausreichend

Frau Meyer verlässt uns heute auf eigenen Wunsch. Wir

wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.

 

Mangelhaft bis ungenügend

Sie verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch.

 

Abschlußformulierungen

bei einvernehmlicher Trennung

Das Arbeitsverhältnis endet im besten beiderseitigen Einvernehmen

am 31. März 20.. .

 

Das Arbeitsverhältnis endet im beiderseitigen besten Einvernehmen

mit dem heutigen Tage.

 

bei Aufhebung im gegenseitigen Einvernehmen

auf Initiative des Arbeitgebers

Wir haben uns von Frau Meyer einvernehmlich getrennt.

 

Die Zusammenarbeit endet im gegenseitigen Einvernehmen

zum 31. März 20.. .

 

Der Arbeitsvertrag vom 1. November 1992 wurde durch

eine Aufhebungsvereinbarung zum 31. März 20.. im gegenseitigen

Einvernehmen beendet.

 

bei fristgemäßer Kündigung durch den Arbeitgeber

Das Arbeitsverhältnis endet durch unsere fristgemäße Kündigung

am 31. März 20.. .

 

Mit Wirkung vom 31. März 20.. haben wir das Arbeitsverhältnis

fristgerecht gekündigt.

 

bei Kündigung aus betriebsbedingten Gründen

Aufgrund der Umstrukturierung unseres Unternehmens

musste auch Personal abgebaut werden. Leider waren wir

nicht in der Lage, Frau Meyer weiter zu beschäftigen.

 

bei fristloser Kündigung durch den Arbeitgeber

Das Arbeitsverhältnis endet kurzfristig am 31. März 20.. .

 

Das Arbeitsverhältnis endet gemäß § 626 BGB.

 

Wir haben das Arbeitsverhältnis ohne Einhaltung einer Frist

gekündigt.

 

Geheimcodes

Mitglied in einer Gewerkschaft

Ein senkrechter Strich mit Kugelschreiber bzw. Füller links

von der Unterschrift, der aussieht wie ein „Ausrutscher“.

 

Mitglied in einer rechten Partei

Ein so genannter „Ausrutscher“ (nur Häkchen) nach rechts.

 

Mitglied in einer linken Partei

Ein so genannter „Ausrutscher“ (nur Häkchen) nach links.

 

Mitglied einer linken verfassungsfeindlichen Gruppe

Ein so genannter „Doppelausrutscher“ (Doppelhäkchen) nach

links.

 

Formulierungsvorschläge für Zusatzaussagen

von A – Z

Alkohol im Dienst

Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des

Betriebsklimas bei.

 

In letzter Zeit kam es zu Konflikten mit dem Vorgesetzten/

Arbeitskollegen.

 

Anpassung – krankhaft

Mit ihren Vorgesetzten ist sie immer gut ausgekommen.

 

Bürokrat – keine Eigeninitiative

Er hat alle ihm übertragenen Arbeiten (stets) ordnungsgemäß

und korrekt erledigt.

 

Eifrig

Alle Arbeiten erledigte er mit großem Fleiß und Interesse.

 

Faulheit

Sie zeigte für ihre Arbeit sehr viel Verständnis.

 

Fehlzeiten

Die übertragenen Aufgaben hat sie im Rahmen der zeitlichen

Möglichkeiten zu unserer Zufriedenheit erledigt.

 

Gewissenhaft

Er ist ein zuverlässiger Mitarbeiter.

 

Homosexuell

Für die Belange der Kollegen zeigte er ein umfassendes

Einfühlungsvermögen.

 

Ja-Sager – Mitläufer

Aufgrund seines Wesens war die Zusammenarbeit und

Führung problemlos.

 

Lesbische Neigungen

Sie bewies für die Belange der Kolleginnen ein umfassendes

Einfühlungsvermögen.

 

Niete

Wegen seiner Pünktlichkeit war er stets ein Vorbild.

 

Pingelig

Er ist ein zuverlässiger und gewissenhafter Mitarbeiter.

 

Sexuelle Kontaktfreudigkeit

Das Interesse des ausscheidenden Kollegen galt mehr den

Kolleginnen als der Arbeit.

 

Er zeigte ein gutes Einfühlungsvermögen in die Belange der

Belegschaft.

 

Unangenehmer Zeitgenosse

Er war tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.

 

Wir lernten ihn als umgänglichen Kollegen kennen.

 

Versager

Er bemühte sich mit Fleiß, die ihm übertragenen Aufgaben

zu erfüllen/den Anforderungen gerecht zu werden.

 

Verhalten gegenüber Vorgesetzten – Fehlverhalten

Sein Verhalten zu den Mitarbeitern war stets einwandfrei.

 

Wir lernten ihn als umgänglichen Kollegen kennen.

 

Vorgesetztenschreck

Im Kollegenkreis galt er als toleranter Mitarbeiter.

 

Wertschätzung

Sie hatte persönliches Format.

 

Sie erwarb sich unsere besondere Wertschätzung.

 

Wichtigtuer

Er war sehr tüchtig und wusste sich gut zu verkaufen.

 

Beachten Sie bitte: Bevor Sie selbst zu solchen oder ähnlichen

Formulierungen greifen, sollten Sie gründlich überlegen, ob

versteckte Aussagen, beispielsweise über sexuelle Neigungen,

in ein Arbeitszeugnis gehören.

 

Die Arbeitszeugnis-Checkliste –

alle wichtigen Punkte auf einen Blick

 

Trägt das Zeugnis die Überschrift „Zeugnis“

 

Trägt das Zeugnis die Überschrift „Zwischenzeugnis“?

 

Sind die Angaben zur Person vollständig?

 

Name, Vorname und Geburtsname?

 

Akademische Titel (Dr., Dipl.-Ing., M.A.)

 

Hierarchische Titel (Direktor, Prokurist)

 

Geburtsdatum und Geburtsort

 

Sind Beginn und Ende der Tätigkeit genannt?

 

Bezeichnung und Beschreibung der Tätigkeit

 

Tätigkeitsschwerpunkte

 

Veränderungen/Entwicklungen, Weiterbildung

 

Beförderungen

 

Kompetenzerweiterung

 

Selbständige Durchführung von Projekten

 

Beurteilung der Leistung und des Verhaltens des Mitarbeiters

 

Sind alle Angaben ...

... charakteristisch,

... notwendig,

... wahr,

... wohlwollend und verständlich?

 

Ist das Zeugnis in sich systematisch gegliedert?

genügend Absätze

kurze Sätze

keine Wiederholungen

 

Ist das Zeugnis umfassend genug?

 

Ist das Zeugnis so formuliert, dass es der Position gerecht wird?

je höher die Position, desto detaillierter

 

Ist der Grund des Ausscheidens angegeben?

 

Dank und Wünsche für die Zukunft

 

Aussagen müssen zum Gesamturteil passen

 

Mehr darüber lesen Sie in Ihrem Sekretärinnen-Handbuch ...


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